Vom Montag, 11. Mai bis Dienstag, 12. Mai 2026 ist eine Gruppe Naturinteressierter auf einer zweitätigen Exkursion im Kaiserstuhl. Obwohl das Wetter nicht so mitspielt, beobachten, erfahren, erleben und degustieren wir viel Bemerkenswertes.
Das kleine Vulkangebirge des Kaiserstuhls am südlichen Oberrhein ist für seine einzigartige Landschaft, Tierwelt und Vegetation bekannt. Auf kurzer Distanz findet sich hier eine Vielfalt an Lebensräumen, von den Auen des Rheins, über Obst- und Rebland bis hin zu Wäldern und Trockenrasen.
Regen, Reben, Orchideen
Am Montagmorgen fahren wir also nach Eichstetten am NO-Rand des Kaiserstuhls. Dort erwartet uns die Familie Kiefer des Weinguts Johannes Kiefer zur Führung durch ihren Rebberg. Dass es regnet, stört nicht sehr, erfahren wir doch von ihnen viel Wissenswertes über die Herausforderungen der Bewirtschaftung wie auch die ökologischen Vorteile eines biologisch bewirtschafteten Rebbergs mit pilzwiderstandsfähigen Sorten. Wir sind beeindruckt von der gesamtheitlichen Sicht auf einen Weinbau, der sich an gesunden Ökosystemen orientiert. Statt der Weinprobe im Rebberg, geniessen wir sie später bei Kiefers im kleinen Hofladen, wo wir auch gerne im Trockenen picknicken.
Im Anschluss fahren wir nach Altvogtsburg in den Zentralkaiserstuhl und wandern hinauf zum Schelinger Kreuz. Dort treffen wir auf Patrick Kuss, ein äusserst versierter, ortsansässiger Naturkundler, der uns durch die artenreichen Trockenwiesen des Naturschutzsgebiets Badberg mit seinen botanischen und zoologischen Besonderheiten führt. Dank aufgeklartem Himmel haben wir genügend Musse, etliche Orchideen, darunter die Hummelragwurz, betrachten, die ersten Bienenfresser zu entdecken und, leider zu kurz, einen Wiedehopf zu sichten, oder etwa das Waldbrettspiel zu bewundern. Am späteren Nachmittag fahren wir zum Hotel Krone in Achkarren und beschliessen den Tag mit einem feinen Spargel-Nachtessen in geselliger Runde,
Bienenfresser, Gartenrotschwanz, Auenwald
Frühaufsteher treffen sich um 06.00 Uhr, um den einen und anderen Brutvogel zu hören oder gar zu sehen. Wir haben Glück und können Dorngrasmücken, Hänflinge, Zaunammern schön beobachten, Bienenfresser überfliegen sehen, oder etwa Wendehälse rufen hören.
Nach dem Morgenessen begrüsst uns Jürgen Rupp, seit Jahren engagiert im lokalen Vogelschutz, für einen Rundgang durch Reben und Flächen extensiver Landwirtschaft. Star ist nicht der Star, sondern es sind die Bienenfresser, die wir bei besten Wetterbedingungen und Licht beobachten können, gefolgt von singenden Gartenrotschwänzen. Wir erfahren auch, welche Artenschutzmassnahmen für Bienenfresser und Wiedehopf erbracht werden und sind beeindruckt von den hohen Lössgassen, welche die verschiedenen Terrassen am Hang verbinden.
Mittags essen wir im schmucken Städtchen Burkheim. Nach dem Kaffee erweitern wir die Landschaftstypen mit Patrick Kuss um die Auenlandschaft zwischen Kaiserstuhl und Rhein mit ihrem lichten Laubwald und dem klaren Wasser dieses geregelten Gewässersystem. Diese Rundwanderung wäre früher nicht möglich gewesen, lag doch Burkheim bis zur grossen Rheinkorrektur am Wasser.
Die Fahrt nach Hause abends verläuft ziemlich ruhig; man hängt wohl gerne den vielfältigen und reichen Erlebnissen und Begegnungen nach…
Text und Fotos Ruedi Baumann






